top of page

Handball Rückblick: TSV Bad Saulgau will Lehren aus der vergangenen Saison ziehen

 


Von Thomas Lehenherr

Bad Saulgau – Die Handballer des TSV Bad Saulgau hatten sich die vergangene Verbandsligasaison anders vorgestellt. Statt sich wie angestrebt im oberen Mittelfeld zu etablieren, belegte der TSV am Ende den drittletzten Tabellenplatz und muss nun den Gang in die Landesliga antreten. Die Hoffnung auf den Klassenverbleib lebte bis zum letzten Spieltag. Gegen den Dritten aus Deizisau hätte ein Sieg gereicht, doch trotz einer Führung von drei Toren kurz vor Schluss gaben die Bad Saulgauer die Partie noch aus der Hand. Dieses Spiel stand sinnbildlich für viele Auftritte des TSV während der Saison in den entscheidenden Momenten gelang es der Mannschaft häufig nicht, den Vorsprung konsequent zu verteidigen und sicher geglaubte Erfolge ins Ziel zu bringen. Thomas Lehenherr sprach mit Mannschaftskapitän Jonas Dück, den scheidenden Trainern Markus Weisser, Henrik Utoft und Michael Traub, dem sportlichen Leiter Björn Keller sowie der zweiten Vorsitzenden Simone Keller über Gründe für den Abstieg und Lehren aus einer enttäuschenden Saison.

 

Mannschaftskapitän Jonas Dück

Die Enttäuschung sitzt natürlich beim gesamten Team sehr tief. Ich denke immer noch über bestimmte Spielzüge oder verpasste Möglichkeiten nach. Wir müssen jetzt Kraft tanken, um am 16. Juni wieder den Kopf für die Vorbereitung auf die neue Saison frei zu haben. Wir sind mit einer großen Hypothek in die Rückrunde gestartet, da wir in der Hinrundebis auf die ersten beiden Spiele alle verloren haben. Es hätte Vieles zusammenkommen müssen, um einen Nichtabstieg zu ermöglichen, aber die Chance war da. Es wären konstantere Leistungen nötig gewesen. Die Duelle gegen direkte Konkurrenten im Kampf um den Klassenerhalt hätten jedoch am besten zwei Mal gewonnen werden müssen. Ich meine,Einstellung und Wille waren nicht das Problem, sondern ehertaktische Dinge. Wir wussten oft nicht voneinander, was wer in welcher Situation vorhat. Wir konnten uns nicht blind aufeinander verlassen. Für die Zukunft wäre es wichtig, dass wir die Laufwege, kreative Spielideen voneinander besser kennen, wir müssen uns besser aufeinander abstimmen. Jeder von uns muss sich deshalb auch an seine eigene Nase fassen und zu einer noch intensiveren Trainingsbeteiligung beitragen. Wir sind es unseren fantastischen Fans und dem Gesamtverein schuldig, dass wir uns reinhängen und das maximal mögliche erreichen. Jeder von uns möchte beweisen, dass das nur ein blöder Ausrutscher war.

 

Trainer Markus Weisser

Die Mannschaft hatte Potenzial für einen Mittelfeldplatz, das wäre eventuell auch drin gewesen. Wir waren aber einfach nicht konstant genug, was die Leistung angeht, konnten diese nur selten über 60 Minuten abrufen. In der Rückrunde haben wir wieder besser gespielt und mehr gepunktet. Es lag eher an der Hinrunde, wo wir einfach zu schwach waren. Ich hätte mir natürlich sportlich einen besseren Abschluss gewünscht. Die zwei Jahre haben mir im Trainerteam, mit der Mannschaft und dem großartigen Bad Saulgauer Publikum trotz allem Spaß gemacht. Ich denke, dass wir die Spieler trotz des Abstiegs auch handballerisch weiterentwickelt haben, dazu stehe ich. Unterm Strich zählt aber leider der Tabellenplatz, daran werden wir gemessen. Ich gehe nicht im Groll, werde mich zunächst etwas erholen und führe für den Verein meinebisherigen sonstigen Aufgaben wie Spielplanung, Passwesen, Schiedsrichter etc. weiter. Das ist Arbeit genug, ansonsten gönne ich mir ein bisschen mehr Freizeit, komme aber sicher als Zuschauer zu den Heimspielen.

 

Trainer Henrik Utoft

Ich war sechs Jahre in der Verantwortung als Trainer, erst in Coronazeiten zusammen mit Fabian Hillenbrand, dann mit Thomas Potzinger und jetzt mit Markus Weisser. Die aktuellen Spieler der Mannschaft sind sehr gut miteinander ausgekommen. Aber wir haben es leider nicht geschafft, die erforderliche Leistung abzurufen. Auch haben uns Verletzungen zurückgeworfen. Marc Jung, Marc Kuttler, Daniel Balan, Tobias Lehleiter kamen sehr lange Zeit nicht zum Einsatz. Unsere Jungspieler sind dann eingesprungen, haben ihre Sache super gemacht, aber die große Verantwortung können sie natürlich auch nicht gleich übernehmen. Wir sind alle enttäuscht über den Abstieg, trotzdem ein Riesen Lob an die Spieler, sie haben nie aufgegeben. Wir haben uns natürlich nach den Spielen immer wieder gefragt, hätten wir lieber etwas anderes probieren sollen? Es passieren Fehler, auch bei den jungen Spielern, dasist völlig normal. Die Jahre als Trainer haben mir viel gegeben, auch menschlich. Es war herausfordernd, aber auch ich habe viel dazugelernt. Wir haben eigene Nachwuchsspieler integriert, das war und ist der richtige Weg. Ich kümmere mich jetzt mehr um meine Familie, Haus und Hof und werde als Zuschauer die Heimspiele weiterverfolgen.

 

Fitnesscoach Michael Traub

Sieben Jahre war ich nun Fitnesscoach bei der ersten Mannschaft. Das Training wurde gut angenommen, die Spieler sind fitter geworden, das war auch der Wunsch der Vorstandschaft. An der Fitness ist es nicht gelegen, dass das wir abgestiegen sind. Für mich war diese Zeit eine Bereicherung, ich verstand mich gut mit Markus Weisser undHenrik Utoft. Man füllte das Team mit eigenen jungen, relativ unerfahrenen Spielern auf und musste mit ihnen zunächst Grundlagentraining machen, das sind basis-taktische Elementewie das richtige Stellungsspiel etc. Es fehlte dann natürlich etwas die Erfahrung im Team. Die Verantwortung war für manch jungen Spieler vielleicht etwas zu viel. Wenn nur einerbei einem Spielzug nicht mitspielt, führt dieser nicht zum Erfolg. Daran muss in Zukunft bearbeitet werden. Ich bin froh in David Bakos einen sehr kompetenten, ehrgeizigen Nachfolger gefunden zu haben.

 

Sportlicher Leiter Björn Keller

Leider sind wir, was die Platzierung anbelangt, weit hinter unseren Möglichkeiten geblieben. Ich hatte das Team besser als letzte Saison eingeschätzt. Wir hatten die ganze Saison über große Leistungsschwankungen. Von Oktober bis Januar waren wir schwach. Zuletzt waren die Leistungen in der Rückrunde aber relativ stabil, mit nur vier Punkten mehr wären wir achter geworden. Wenn man die direkten Vergleiche gegen die Konkurrenten verliert, ist die Platzierung deshalb am Ende auch nicht ganz ungerecht. Trotzdem haben wir in der Kronriedhalle mit der fantastischen Unterstützung unseres super Publikums teilweise tolle Sportfeste erlebt, vielen Dank dafür. Jetzt gilt es, sich zu erholen und den Blick nach vorne zu richten. Ich empfinde große Vorfreude auf die kommende Saison.

 

Zweite Vorsitzende Simone Keller

Es ist einfach nicht gut gelaufen. Gegen die Tabellennachbarn hätte man gewinnen müssen, die entscheidenden Spiele haben wir jedoch verloren. Klar bin ich auch enttäuscht, aber jetzt richtet sich der Blick nach vorne. Wir hatten super Fans, man hat das auch bei den Auswärtsbegegnungen gesehen, wie z.B. beim letzten Saisonspiel in Deizisau, als über 150 Fans die Mannschaft begleiteten. Wir hoffen, dass wir in der nächsten Saison in der Landesliga genau so viel Zuspruch von den Fans bekommen.

 

 
 

Aktuelle Beiträge

Alle ansehen
bottom of page