Zum Saisonauftakt bleibt der TSV Bad Saulgau unter seinen Möglichkeiten
Von Thomas Lehenherr

Hofen / Bad Saulgau – Der Auftakt in die neue Saison ist für den TSV Bad Saulgau anders verlaufen als erhofft. Mit großen Ambitionen war die Mannschaft in die erste Partie gegen Hofen/Hüttlingen 2 gegangen, schließlich sollen möglichst schnell die ersten Punkte für die Mission „Wiederaufstieg“ gesammelt werden. Doch daraus wurde zunächst nichts: Der TSV unterlag am vergangenen Samstag auswärts mit 24:26 (14:17).
Dabei waren die Voraussetzungen alles andere als ideal. Kapitän Marco Weisser musste wegen einer Fingerverletzung passen, Dominik Callies fiel mit Leistenproblemen aus. Marc Kuttler stand wegen einer Ellenbogenschwellung nur für die Abwehr zur Verfügung. Kreisläufer Felix Widder fehlte aus persönlichen Gründen und Spielmacher Niklas Gönner konnte aufgrund einer Rückenverletzung nur unter Schmerzen auflaufen. Hinzu kam, dass Torhüter Laines Schmid nach einem starken Kopftreffer nicht weiterspielen konnte. Das neue Trainergespann Levente Farkas und David Bakos musste damit schon zum Saisonstart improvisieren und aus den verbliebenen Spielern eine möglichst konkurrenzfähige Mannschaft formen. Doch so schwierig die personelle Situation auch war: Der TSV blieb an diesem Abend vor allem hinter den eigenen Möglichkeiten zurück. Das zeigte sich bereits in der Anfangsphase. Während die Bad Saulgauer in der Vorbereitung noch mit großer Geschlossenheit und Selbstvertrauen aufgetreten waren, wollte im ersten Punktspiel zunächst wenig gelingen. Hofen/Hüttlingen nutzte die Unsicherheiten konsequent aus und setzte sich früh mit 6:1 ab. Nach einer Auszeit von Trainer Farkas erhöhte die Heimmannschaft sogar auf 7:1. Einige Treffer des TSV wurden wegen Schritt- oder anderer technischer Fehler nicht anerkannt, was auf der Bank und der Tribüne nicht durchweg auf Verständnis stieß. Doch unabhängig von einzelnen Schiedsrichterentscheidungen machte sich die Mannschaft das Leben auch selbst schwer. Die Bad Saulgauer fanden nur langsam in die Partie, leisteten sich ungewohnt viele technische Fehler und agierten in der Abwehr teilweise überhastet. Die Folge waren zahlreiche Zeitstrafen. Insgesamt verhängten die Unparteiischen elf Zweiminutenstrafen gegen den TSV, sieben gegen die Gastgeber. Für Marc Kuttler war die Partie bereits nach 16 Minuten beendet, nachdem er seine dritte Zeitstrafe erhalten hatte. Kurz vor dem Ende musste auch Lukas Luib nach einer Disqualifikation vom Feld. Immer wieder brachte sich der TSV damit selbst um die Früchte seiner Aufholjagd.
Denn an Einsatz und Willen mangelte es keineswegs. Mehrfach kamen die Gäste im weiteren Spielverlauf bis auf einen Treffer heran. Doch gerade in diesen entscheidenden Phasen fehlte die nötige Ruhe und Cleverness. Statt den Druck auf den Gegner weiter zu erhöhen, folgten erneut Zeitstrafen, technische Fehler oder unkonzentrierte Abschlüsse. Hofen/Hüttlingen konnte sich dadurch immer wieder etwas Luft verschaffen.
Unterm Strich war es ein Abend, an dem beim TSV vieles zusammenkam – aber eben auch viel selbst verschuldet wurde. Die Mannschaft zeigte eine ungewohnte Unsicherheit und konnte nur selten an die Leistungen aus der Vorbereitung anknüpfen. Gerade deshalb dürfte die Niederlage besonders ärgerlich sein. Trainer Levente Farkas nahm seine Mannschaft anschließend entsprechend in die Pflicht, verwies aber auch auf die schwierigen Umstände. „Schon nach zwei Minuten kassierte Marc Kuttler leider eine Zeitstrafe von vier Minuten wegen eines Fouls und eines Kommunikationsfehlers. Einige Treffer von uns wurden nicht anerkannt. Das Selbstvertrauen, das wir in der Vorbereitung aufgebaut haben, war plötzlich weg. Wir fanden einfach nicht mehr richtig ins Spiel und fielen in alte Muster zurück“, schilderte Farkas. Besonders die hohe Zahl an technischen Fehlern ärgerte den Trainer: „Wir haben eine Menge technische Fehler produziert, wie ich sie in der gesamten Vorbereitung noch nicht erlebt habe. Wir standen uns selbst im Weg.“ Vor allem in der Offensive ließ der TSV zu viele Möglichkeiten ungenutzt. Von den Außenpositionen wurden gute Chancen vergeben, dazu kamen zwei verworfene Siebenmeter. Nach dem verletzungsbedingten Ausfall von Laines Schmid rückte Marius Müller ins Tor und zeigte eine ordentliche Leistung. „26 Gegentore sind nicht viel“, bilanzierte Farkas. „Vorne müssen wir aber besser werden.“
Trotz des Fehlstarts will der TSV die Niederlage nicht überbewerten. Die personellen Probleme waren erheblich, gleichzeitig weiß die Mannschaft, dass sie selbst deutlich mehr aus der Partie hätte herausholen können. Genau darin liegt nun auch die Chance: Die Fehler sind erkannt, die Saison ist noch lang und die Vorbereitung hat gezeigt, dass deutlich mehr in diesem Team steckt. „Wir müssen unser Team jetzt mental wieder stärken. Das ist vor allem eine Kopfsache“, sagte Farkas. Und der Trainer richtet den Blick bereits nach vorne: „Die klare Zielsetzung für nächste Woche müssen zwei Punkte sein.“ Die nächste Gelegenheit dazu bietet sich am kommenden Samstag um 18 Uhr in der Kronriedhalle. Mit dem TV Steinheim wartet allerdings erneut ein starker Gegner. Der TSV wird sich steigern müssen – personell, spielerisch und vor allem in der Konsequenz. Die Mannschaft hat zum Saisonauftakt nicht gezeigt, was in ihr steckt. Nun gilt es, möglichst schnell die richtige Antwort zu geben.
TSV: Schmid, Müller (beide im Tor), Gönner (8/1), Reiser (1), Ruhl, Strommer (3), Kuttler, Luib (5), Dück (1), Beutter (4), Balan (2), Hornstein,.



