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TSV Bad Saulgau dreht nach holprigem Start auf

vor 11 Minuten
3 Min. Lesezeit

Von Thomas Lehenherr

Bad Saulgau - Der TSV Bad Saulgau hat sich im zweiten Landesliga-Heimspiel gegen den HC Lustenau nach anfänglichen Schwierigkeiten eindrucksvoll zurückgemeldet und mit einer starken zweiten Halbzeit den nächsten Heimsieg eingefahren. Nach einem 13:14-Rückstand zur Pause setzte sich das Team am Ende souverän mit 35:29 durch und knüpfte damit an den Aufwärtstrend aus der Begegnung gegen Steinheim an.


Die Kronriedhalle war am Samstagabend einmal mehr nahezu bis auf den letzten Platz gefüllt – beste Voraussetzungen für einen packenden Handballabend. Allerdings musste der TSV mit Niklas Gönner krankheitsbedingt auf den „Geschwindigkeitsmotor“ des vergangenen Spiels verzichten. Dafür erhielten die zuletzt stark verletzungsgeplagten Marc Kuttler und Kapitän Marco Weisser wieder längere Einsatzzeiten. Zunächst erwischten allerdings die Gäste aus Vorarlberg den besseren Start. Nach gerade einmal zehn Minuten lag der TSV mit 2:7 zurück. Erinnerungen an das erste Saisonspiel wurden wach, als die Bad Saulgauer früh einem deutlichen Rückstand hinterherlaufen mussten. Doch diesmal zeigte die Mannschaft des Trainergespanns Levente Farkas und David Bakos eine starke Reaktion. Mit verbessertem Rückzugsverhalten, einer zunehmend stabileren Abwehr und mehr Struktur im Angriff kämpfte sich der TSV Schritt für Schritt zurück in die Partie. Der treffsichere Jannik Beutter, Jonas Dück, Flügelflitzer Lian Ruhl und Kapitän Marco Weisser verkürzten Tor um Tor. Dann übernahm Marc Kuttler immer mehr Verantwortung. Mit klugen Pässen setzte er seine Mitspieler gekonnt in Szene und fand auch selbst immer wieder den Weg zum Tor. In der 21. Minute war es schließlich so weit. Unter dem lautstarken Jubel der Fans erzielte der TSV den 10:10-Ausgleich. Lustenau fing sich anschließend wieder und rettete eine knappe 14:13-Führung in die Halbzeitpause.

Auch nach dem Seitenwechsel war zu spüren, dass die Gastgeber das Spiel unbedingt drehen wollten. Zunächst fehlte jedoch noch die letzte Konsequenz, sodass sich Lustenau dank seiner treffsicheren Angreifer Simon Fritsch und Srdan Predagovic zwischenzeitlich um zwei bis drei Tore absetzen konnte. Doch dann platzte beim TSV endgültig der Knoten. Die Bad Saulgauer erhöhten das Tempo, fanden immer bessere Lösungen im Angriff und packten in der Defensive entschlossener zu. Auch die Torhüter Laines Schmid und Marius Müller leisteten ihren wichtigen Beitrag zur Aufholjagd. Mit jeder gelungenen Aktion wuchs das Selbstvertrauen und die Stimmung in der Kronriedhalle wurde immer ausgelassener. Einen bitteren Rückschlag musste das Team Mitte der zweiten Halbzeit hinnehmen. Marc Kuttler, bis dahin bereits neunmal erfolgreich, verletzte sich am Knie und konnte die Partie nicht fortsetzen. Doch statt sich davon aus dem Konzept bringen zu lassen, rückte die Mannschaft noch enger zusammen. Ganz nach dem Motto „Jetzt erst recht“ blieb der TSV am Drücker, fand zu seiner Abschlussstärke zurück und baute den Vorsprung weiter aus. In der Schlussphase ließen die Hausherren nichts mehr anbrennen und brachten den 35:29-Heimsieg souverän über die Ziellinie.

Die Partie zeigte eindrucksvoll, was den TSV Bad Saulgau auszeichnet. Kampfgeist, Zusammenhalt und die Fähigkeit, auch nach schwierigen Phasen zurückzukommen. Auf eine zunächst zähe erste Halbzeit folgten eine stabilere Abwehr, mehr Durchschlagskraft im Angriff und ein zunehmend souveräner Auftritt. Lustenau hielt kämpferisch dagegen, konnte dem zunehmenden Druck der Gastgeber nach der 40. Minute aber nicht mehr entscheidend standhalten. Auch die Trainer ordneten die Begegnung als Spiel mit zwei unterschiedlichen Hälften ein. Im Pressegespräch nach dem Match bestätigte Lustenau-Coach Martin Hämmerle den starken Beginn seiner Mannschaft: „Meine Mannschaft ist super reingekommen und hat in den ersten 10 bis 15 Minuten vieles richtig gemacht, hat dann aber über Zeitstrafen und Ballverluste den Faden verloren“, resümierte Hämmerle. TSV-Trainer Levente Farkas wertete den Erfolg als verdienten Arbeitssieg: „Ab der zwölften Minute hat unsere Mannschaft erstmals etwas Luft gewonnen. In der zweiten Halbzeit ist die Partie über die verbesserte Abwehr und bessere Lösungen gegen das Zentrum gekippt“, sagte Farkas erleichtert.

Mit nunmehr 4:2 Punkten belegt der TSV Bad Saulgau den fünften Tabellenplatz und kann mit Rückenwind in die nächste Aufgabe gehen. Am kommenden Samstag wartet auswärts in der Ballspielhalle die TSG Schnaitheim. Anpfiff ist um 19:30 Uhr.

TSV Bad Saulgau: Schmid, Müller (beide im Tor), Dück (3), Luib (1), Beutter (8/davon 1 Siebenmeter), Kuttler (9), Weisser (8), Widder (1), Strommer (1), Ruhl (4), Ballan, Reiser, Wohlwender, Bota.


 
 
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