TSV entfesselt Offensiv-Feuerwerk – 80-Tore-Spektakel begeistert Bad Saulgau
- Philipp J
- vor 2 Tagen
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Von Thomas Lehenherr
Bad Saulgau – Was für ein Abend, was für ein Spiel, was für ein Signal im Abstiegskampf: Der TSV Bad Saulgau hat das mit Spannung erwartete „Vierpunktespiel“ gegen den TV Gerhausen eindrucksvoll für sich entschieden und sich mit einem 44:36- (22:18-)Heimsieg in einen wahren Rausch gespielt. Vor knapp 700 begeisterten Zuschauern entwickelte sich in der Kronriedhalle ein Handballfest, das selbst langjährige Fans so kaum je erlebt haben. 80 Tore in 60 Minuten – ein Spiel, das in Erinnerung bleibt. Von Beginn an war zu spüren, dass der TSV an diesem Abend etwas vorhatte. Mit Tempo, Mut und einer beeindruckenden Variabilität im Angriffsspiel setzte die Mannschaft die Gäste früh unter Druck. Immer wieder wurde in die Tiefe gespielt, Chancen konsequent herausgespielt und vor allem eiskalt genutzt. Die Folge: ein Offensivfeuerwerk, das die Halle zum Kochen brachte.
Zwar erwischten die Gäste aus Gerhausen mit ihrem wieselflinken Torjäger Tom Steudtner den besseren Start, doch der TSV ließ sich davon nicht beeindrucken. Angeführt von Spielmacher Niklas Gönner übernahm Bad Saulgau schnell die Kontrolle. Gönner selbst war mit elf Treffern – davon fünf verwandelte Siebenmeter – nicht nur Vollstrecker, sondern auch Taktgeber und emotionaler Leader. Neben ihm glänzte vor allem Marco Weisser, der mit zwölf Treffern eine herausragende Leistung zeigte und immer wieder Lücken in der gegnerischen Abwehr fand. Auch Kapitän Jonas Dück überzeugte im Rückraum mit acht Toren und wichtigen Treffern in entscheidenden Phasen. Immer wenn Gerhausen versuchte, den Abstand zu verkürzen, hatte der TSV die passende Antwort parat. Ein Schlüssel zum Erfolg war dabei die mannschaftliche Geschlossenheit. Spieler wie Kreisläufer Lukas Luib, Linksaußen Moritz Schnell, Rechtsaußen Nick Strommer oder Marc Kuttler trugen mit wichtigen Treffern und Einsatz in der Defensive ihren Teil bei. Gerade Kuttler setzte mit beherztem Zugreifen wichtige Impulse, als die Abwehr zwischenzeitlich zu wackeln drohte. Denn bei aller Offensivstärke wurde auch deutlich, dass defensiv noch Luft nach oben ist, 36 Gegentore sprechen eine klare Sprache. Doch an diesem Abend überwog die Freude über die eigene Angriffsleistung. Die Fans honorierten den leidenschaftlichen Auftritt mit lautstarker Unterstützung über die gesamte Spielzeit hinweg. Die Stimmung war elektrisierend und trug die Mannschaft förmlich von Angriff zu Angriff.
Nach dem Spiel zeigte sich Spielführer Niklas Gönner beim Pressegespräch entsprechend zufrieden: „Wir spielten mit viel Tempo. Es macht auch mehr Spaß, den Ball schnell nach vorne zu spielen. Leider ist es uns nicht gelungen, auch noch den direkten Vergleich gegen Gerhausen zu gewinnen, da hätten wir elf Treffer mehr erzielen müssen. Danke an das Publikum für den wie immer super Support, das hilft uns sehr.“ Auf der Gegenseite fand Gerhausens Trainer Philipp Frey klare Worte: „Unsere Voraussetzungen waren eigentlich gut, wir hatten nur zwei Verletzte, aber der TSV war heute in allen Belangen besser, ist verdienter Sieger mit einem überragenden Spielmacher. Ich sehe den Unterschied zu den Spitzenmannschaften in unseren technischen Fehlern, da haben wir und der TSV noch zu viele und stehen deshalb so weit unten in der Tabelle.“
Mit diesem wichtigen Sieg bleibt der TSV im Rennen um den Klassenerhalt. Zwar steht das Team weiterhin auf dem zwölften Tabellenplatz, doch der Abstand auf das rettende Ufer ist auf drei Punkte geschrumpft. Die Richtung stimmt und mit einer solchen Leistung wie gegen Gerhausen darf man in Bad Saulgau wieder hoffen. Die nächste Chance, wichtige Punkte nachzulegen, bietet sich bereits am kommenden Sonntag, 29.03. Dann steht das nächste „Vierpunktespiel“ gegen den Tabellendreizehnten Winzingen/Wißgoldingen/Donzdorf an. Wenn der TSV erneut mit dieser Leidenschaft und Offensivpower auftritt, ist auch dort alles möglich. Abfahrt des Fanbusses ist um 13:45 Uhr auf dem Festplatz.
TSV: Schmid, Bakos (beide im Tor), Dück (8), Gönner 11 (davon 5 Siebenmeter), Weisser (12), Kuttler (3), Lang (1), Fritz (1), Schnell (3), Beutter, Luib (3), Boss, Fuchs, Strommer (2).



